LIEBLINGSKÜNSTLER „Carmelita“ als Erinnerung an den Willy


Wenn es um gute Musik geht, und um die geht es bei uns immer. Als Gegenpol zu den 160 Millionen die den ESC verfolgt haben, als Wiedergutmachung für das was wir beim Contest, zugegeben selbstverschuldet und nur teilweise ertragen, gehört. Es gehört wieder mehr gute Musik gehört. Am Strand, aus dem alten Waltl-ipod diese Nummer wieder im Ohr. In der Version von Willy. Aus Berlin, damals der Triobesetzung. Klar, gilt es wie immer bei den tönernen Vorlieben, entweder man mag oder man mag es nicht. Willy war unser erklärter Liebling. Einer dieser Heros, gefallen, verfallen, – aber nicht nur ein begnadeter Sänger, sondern auch ein charismatischer Performer. So an die sieben Konzerte dürften es schon gewesen sein. Legendär die Begegnung am Häusl vom TREiBHAUS mit ihm. Seine Bewährungshelferin war dann oben an der Bar schon hinter ihm her. Mußte „abreisen“. Christian K.†, der auch dabei war, hat ein Autogramm abgestaubt. Persönlich finde ich, daß ER fehlt. Beide genau. In der Musik aber weiterlebt. Genauso wie der Autor des Songs, Warren Zevon†.
Carmelita ist eine melancholische Folk-Rock-Ballade, die untrennbar mit dem US-Singer-Songwriter Warren Zevon verbunden ist. Sie verbindet Zevons typisch lakonischen Zynismus mit tiefgreifender Emotionalität. Das Original: Erschien 1976 auf Zevons von Jackson Browne produziertem, selbstbetiteltem Meisterwerk Warren Zevon. Die Geschichte: Der Song handelt von einem heroinabhängigen Protagonisten, der im Los Angeles des Echo Park-Viertels lebt, seiner Liebe zur Titelfigur Carmelita nachhängt und davon, wie er seine Gitarre (oder Schreibmaschine) verpfändet, um an seine Dosis zu kommen. Die Verbindung zu Willy DeVille: Der charismatische Sänger und Bandleader Willy DeVille (bekannt für seine einzigartige Mischung aus R&B, Latin- und Cajun-Einflüssen) war ein großer Bewunderer von Zevons Songwriting. DeVille spielte Carmelita live und seine Interpretation wird für seine eindringliche, raue Hingabe geschätzt. 
Viel besser ist natürlich die Biografie, die man bei Norbert Pleifers  TREiBHAUS-Texten  findet … und man hier nachlesen kann.

 

WILLY DEVILLE

& THE MINK DeVILLE BAND: 30 Jahre CABRETTA – 30 Jahre Heart & Soul….

Willy De Ville kommt am 25. August 1950 als William Borsay in New York zur Welt. Nach einem mehrjährigen Aufenthalt in London kehrt er 1971 nach San Francisco zurück, um dort die Bands „Lazy Eights“ und „Billy De Sade & The Marquis“ zu formieren. Zu Weltruhm gelangt er allerdings mit der „Mink De Ville“ – Truppe. 1977 gründete Willy DeVille mitten im kreativen Geist der New Yorker Punkszene seine Band «Mink DeVille», die bereits in ihren Anfängen aus dem ganzen US-amerikanischen Formenschatz schöpfte und sich ungeachtet des Zeitgeists nicht auf Verzerrer und Viervierteltakt einengte. Der Blues von Muddy Waters, John Lee Hooker und John Hammond Jr. war eine frühe Inspiration für den grossen Dandy. Soul, Rock‘n‘Roll und Cajun, der Schmelztiegel- Sound von New Orleans sind andere wichtige Klangfarben in der Musik dieses Meisters der Melodie und der Aesthetik. Sein Debütalbum „Cabretta“ veranlasst 1977 die gesamte Musikpresse zu Huldigungsbeteuerungen. Das Rolling Stone Magazin kürt es mit seinem urbanen Rock‘n‘Roll – Rhythm‘n‘Blues zum „Best Album Of The Year“. Der Musikexpress steht dem in nichts nach und kommentiert: „Willy ist der Prototyp eines Rock‘n‘Roll- Menschen. Seine Stimme ist rau, trocken, aufregend und dreckig, und in ihr schwingt die sinnliche Anmache, die uns Hörer zittern lässt“. So ist sie geblieben: eine Stimme, authentisch, als habe Willy justament selber sämtliche Drogen ausprobiert, über die er singt.


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