HASCH mich – Fünfzig Jahre! Eine lange Zeit. 50 Jahre HASCH – 3c war das wirklich 1976?


La Palma im Juni 2026. Rückspiegelschauen. Auch Flaneure arbeiten mit dem Spiegel. Vorne, als Gegenüber und rückwärtsgerichtet. Es ist schon lange her. Aber gleich 50 Jahre, das müsste nicht sein. 1976 HAS 3c. 9 Jungs und 13 Mädels. Ein ziemlich cooler Haufen, in der Erinnerung. Die Mädels den Buben um Jahre voraus, wussten was sie wollten, die Buben noch am Suchen. Eine Episode in drei Teilen. Vieles habe ich vergessen, verdrängt oder wurde von Zauberhand von der Festplatte gelöscht. Die Altersringe sind sichtbar. Nicht nur im Spiegel.
Wenn es stimmt, hatten wir im ersten Jahr den Unterricht am Nachmittag. Ungewöhnlich aber – man gewöhnt sich an alles. Herma Lamprechter, unsere Klassenvorständin, noch jung, aufgeschlossen und mit einem großen Herz für unsere Truppe.
Vom Lehrkörper fallen mir noch ein: Paul Altstätter, Peter Zinell, Susanne Pauls, Albin Pichler und der Kurt Lang. Der Roland Schlenz. Legendär die Aussage von Kurt Lang, als Toni Bergmeister und ich „schulgeschwänzt“ hatten und im kleinen Durchgang zur Konditorei Gliber. Kurt hat dort gewohnt und uns gesehen, wie wir vorbeischleichen. „Der Bergmeister und der Waltl sind vorbeigehuscht wie Filopat und Patofil und haben geglaubt, dass ich sie nicht sehe …!“ Ehrlicherweise gab es nicht viele Möglichkeiten, sich schulschwänzend zu verstecken, „Milchbar“, Iselkai, Draupark …
Roland Schlenz habe ich noch in Erinnerung. 4. Klasse Hauptschule: Da hat er im zweiten Halbjahr zu mir vor versammelter Klasse gesagt:„Waltl, Du kriegst eine Vier in Englisch, brauchst nicht mehr mitzumachen!“  Ob es ein Foul an ihm beim Fussball war, oder einfach so. Kann auch sein, dass schon damals allein mein Auftreten polarisierend gewirkt und ihn dazu motivierte. Ungeklärt. Später habe ich ihn noch einmal in Innsbruck getroffen, war schon in Pension und hat in der Hypo Tirol für einen Gärntner den „grünen Daumen“ bei den Hydropflanzen der Hypo walten lassen. Mädels waren wie gesagt weiter als wir Jungs. Die Girls, die Schönheiten für die damaligen Ideale und Begriff, alle besonders, die anderen mehr talentiert, mit großen Herzen und herzlicher innerer Grazie – die Flirts der Jungs eher erfolglos – einzig die Renate und der Heinz haben sich schon damals gefunden. Und verliebt. (Die beiden können heute auch diesen Umstand feiern!) Und wie es sich für uns Babyboomer geziemt, hat es richtig BOOM-BOOM gemacht. Heute noch ein Paar. Da kann man nur gratulieren und auf den besonderen HAS 3c Flow hinweisen, der sicher auch mitgeholfen hat.
Mein Schulschwänzen habe ich immer mit den jeweiligen zweimonatigen Ferialjob auf der Franz-Josefs-Höhe gerechtfertigt. 1974/1975/1976 war ich jeweils dort. Schnapsverkäufer! sozusagen und erleuchtet von der Erkenntnis, egal-wie-bescheuert-ich-ausschaue, ICH kann verkaufen. Auch Schnaps.  (Anmerkung: Also Sohn eines Alkoholikers hatte ich bis dahin keinen Tropfen Alkohol getrunken!) Vieles im Leben verläuft sich. In unterschiedliche Richtungen. Das Schicksal hat einen eigenwilligen Regisseur, der das Drehbuch nicht immer für seine Akteure schreibt. Wir hatten alle unsere Träume und Wünsche. Jung, aufgeweckt wollten wir vieles besser machen als die Generationen davor. Überzeugt davon, das auch zu schaffen, sind wir alle nach der Ziellinie HAS 3c gestartet. Freiheit. Selbständig sein. „Die Welt gehört uns!“ Heute 50 Jahre später darf jeder Bilanz ziehen und seine Pluspunkte summieren und die weniger guten Meilensteine abziehen. Je nach persönlicher Fasson kommt ein Ergebnis zustande. Ein 50ig jähriger Lebenslauf.
Wenn jetzt jemand glaubt, dass man DAMALS mit der Handelsschule keine Karriere machen konnte, täuscht sich. Am Ende war sogar ein gleich gut Ausgebildeter wie der meine,  Vorstandsvorsitzender in der Landesbank. Wenn das kein Zufall war, war es doch die gute Ausbildung. Oder doch ein Einzeltalent aus Trins. Puste-in-die-Luft, so gleich ist mir das. Ich gebe gerne zu: Dort in der Schule habe ich nicht viel gelernt. Faul? Special Interesses? … Aber der allgemeine Klassen-Flow war nicht nur in der altersweisen Rückbetrachtung überragend. Meine Schule war dann sowieso die des Lebens. Später. Jetzt ist das alles also schon 50 Jahre her. Eigentlich war ich an dem Klassentreffen-Wochenende ja komplett verplant. Tollwood-Festival und so. OMArlis hat mich überredet und so haben wir einen zeitlich ganz klaren Lienz-Aufenthalt getastet. So wohl. Zum Wohl – 3 c! Im Rückspiegel. Auf eine wunderbare Zeit.

 


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