5 Tage in Wien.
Vom Sonntag 13. September bis zum Donnerstag 17. September.
Zugfahrt nach Wien. Wieder ein Strassenbahnrodeo. Mit der 40er – Straßenbahn, vom Anfang bis fast zum Ende. OMArlis bekrittelt, dass wir die Endschleife ausgelassen. Guinness im Charlie P. Disco Volante – Pizza wie immer gelungen. Tickets für die Volksoper im Zug besorgt, Operette!? – Der Zarewitsch.
Montag – 14.
Via Mariahilferstrasse – Goldmünzendeal – Cafe Ritter – nach dem Kaffee in die Nationalbibliothek – Prunksaal logisch – „Weltmacht Liebe“ eine schöne Ausstellen. Siedend heiß war´s dort, mussten die Temperatur wegen dem Pergament hoch halten. Und viele Menschen zudem. Entschwinden im k.&k. Zuckerbäckerladen gegenüber der Oper – Hofbäckerei Gerstner. Standesgemäß: OMArlis mit Champus, der Herr Bert mit einem trivialem Bier. Und wieder Straßenbahn – vom Anfang bis zum Ende – die legendäre 2er Linie. In den 20. Bezirk und nach Dornbach. Wein & Co am Schottentor – einen wunderbaren Wein, sündteuer aber eben … Degistiv im Le Troquet einer französischen Bar, gut, günstig und ganz und gar – eben bodenständig einfach. Die Motel One Bar wird der Schlusspunkt.


Dienstag, 15. –
Literaturmuseum – „Dem Stumpfsinn die Geisteskappe aufsetzen …“ Thomas Bernhard -sein Leben und Wirken im Nach-hin-ein. ….—- danach zum Auslüften von Herz und Seele – Dependance vom Cafe Landtmann in der Kärntner Strasse, Malteserkirche, die Votivkirche danach und Strassenbahnrolette – die dritte Strassenbahngarnitur die kommt nehmen wir einfach und fahren damit – es wird die Linie 31 – in 39 Minuten nach Floridsdorf – und klar – wieder zurück. Kurze Pause beim Cafe Hummel. Dort ist eine Neuplanung des Platzes geplant. Unser Abendessen ist im Gasthaus Lechner – Eierschwammerln – Gasthaus Lechner ein Geheimtipp mitten im Wohngebiet, 5 Minuten von der Volksoper entfernt. Der Wirt kennt jeden Gast und alle die vorbeigehen auch … Den Cafe trinken wir im Cafe Weimar, weil die Chefin hat uns schon vor Jahren, vor einem Besuch der Volksoper, den Zugang verwehrt – zu voll! In der Volksoper gibt es dann den Zarewitsch. Einfach, lustig und doch tragisch-traurig. Untermalt von schöner Musik. Handelt in Kussland und wurde inszeniert, untermalt mit feingliedrigen, beweglichen Zeichnungen, die wie ein tonloser Retroclip von Hand eingeschoben und auf die Leinwand hinter den Akteuren gespielt wurde. Wirkungsvoll: Langsamkeit und Phantasie aktivierend. Trotz sehr viel altem Publikum – es hat gefallen. Uns sowieso. Eine Auffrischung und Gegengift für die Abneigung gegenüber dem Genre Operette. Zwei Vorarlberger tagsüber kurz gesehen – Hanno Settele auf einem E-Roller und Matthias Strolz (Neosgründer) telefonierend auf einer Bank an der Straßbahnstation Oper.

Mittwoch, 16.
– T-K-MAX, das Thalia – was für ein Tempel für Leser und Schreiberlinge … wir gehen kurzzeitig getrennte Wege und treffen und vereinbarungsgemäß im Cafe Europa. Hermine Span ist auch dort. OMArlis sucht die Straßenbahnlinie des Tages. Nr. 62. Fährt nach Lainz. Das dortige Spital haben sie nach der Mordserie in Spital Liesing umbenannt. – im Cafe Korb mitten in Wiens Innenstadt gustieren wir im Gastgarten, inmitten von eiligen Wiener*innen, den Wichtigen und Schönen, Gästen, Fiaker, Bussen und schicken Autos. Das Cafe Korb und deren Besitzerin Susanne Widl haben Bilder und Artikel über das Leben davor im Lokal angebracht. Schauspielerin, Model, die Liebschaften mit „Columbo“. Peter Falk und so weiter … Übersiedlung ins Salon Plafond im MAK. Wir beschließen, diesmal keine Schmuckstücke aus der Ausstellung -…. auszu… anzuschauen. Ein Höhepunkt folgt: Im Gartenbaukino wird der oscargekrönte Dokufilm „Ein Nobody gegen Putin“ gezeigt. Eine Falter-Veranstaltung. Der Urheber Pawel „Pasha“Talankin anwesend. Der Film zeigt die Propaganda Russlands, über das Schulwesen in Russland, im Film in einer Kleinstadt mit 10.000 Einwohnern, drastisch und in aller Deutlichkeit. Der Film ist traurig. Die Kinder und Jugendlichen starten normal, wie wir das bei uns kennen. Später werden sie von „Wagner-Söldnern“ über die Gefahr von Tellerminen informiert. Diese werden ihnen in die Hand gedrückt. Das Lachen bleibt einem im Halse stecken. Pawel hat auch seinen Oscar mitgebracht. Und möchte ihn mit dem Publikum teilen.„Wenn die Kinder schon Tellerminen angreifen dürfen, dürfen sie den Oscar in Händen halten …!“ Er lässt ihn durch die Reihen gehen, jeder darf ihn anfassen. Leider schafft es der goldene Kerl nicht bis in unsere siebte Reihe, (… in der fünften ist die Diskussion, der Abend zu Ende) … aber bemerkenswert bleibt das allemal. Selfie über Selfie werden da vorne geschossen. Was für ein Erlebnis. Die Relationen hier bei uns werden zurecht gerückt. Oberst Markus Reisner relativiert die sogenannte Todeszone (25 km an der Front, wo man den Drohnen nicht entkommen kann, zerfleischt, zerstückelt und qualvoll sterben muss) und auch die, die den Krieg überleben, traumatisiert, verwundet, kastriert … pro Tag verbraucht die russische Angriffsmaschine 1000 Menschen …“ Bei allem, was die Fantasie an Gruseligkeiten im Kopf anzettelt – der Film ist ein Plädoyer für diese Wahrheit und ihn sollte man sich anschauen …


Donnerstag, 17. –
die Strassenbahnrally wird von der Westbahn übernommen, wir fahren wieder zurück. Reich an Eindrücken und Erlebnissen. OMArlis hat sich einen grünen Übergangsjanker, natürlich stark pensionistenvergünstigt gegönnt. Grünkauf.
