Überraschend die Kunde vom Ableben von Hans Peter Prodinger. Erst kurz in Pension. Hat sich laut einem Gespräch beim Jubiläumsabend der Hypo mit einem alten Hypoweggefährten mit meinem Vornamen, so auf diese Reise nach Südafrika gefreut. Das Drama am Kap der Guten Hoffnung unvorhersehbar. Schicksal.
Vor einigen Monaten, Peter – Hans-Peter wie er eigentlich heißt ist mir in der Stadt begegnet. Wir haben kurz geplaudert. Hat gemeint, freut sich auf die Pension, weil in der Bank geht´s drunter und drüber. Fazit: Nix sei mehr so, wie es war.
Peter war für mich immer jemand, der zurückhaltend und eher still gewesen. Sein Tun war von einer anfänglichen Skepsis immer geprägt vom Teamgeist und dem Miteinander. Was ich weiß hat er in der GS Wilten gestartet. Als Kassier. Der direkte Kundenkontakt, in Kombination mit der Geldmanipulationsverantwortung, so hat er mir einmal gesagt, sei nicht ganz das seine. Lieber in den Hintergrund. Da war er dann gut aufgehoben. Peter war immer freundlich, gut aufgelegt ohne euphorisch oder überschwenglich zu sein. Sein Privatleben war für die meisten tabu. Die Herausforderungen, die das Leben an ihn und die Seinen gestellt hat, waren sein Sache. Nur, wahrscheinlich, besondere Menschen und Freunde durften daran teilhaben.
Mein Einschub:
Ich habe wieder Fotos gesucht. Vom Hans-Peter. (Wußte ja gar nicht, daß er eigentlich Hans-Peter geheißen hat.) Im großen Archiv. Schwierig. Mein Versprechen, alle Hypoianer*innen, die ich kenne, denen ich in meiner Zeit im Geldtempel begegnet bin, alle die, vor mir gehen müssen, mit einem kleinen Nachwort, ein paar Wortspenden zu begleiten. Sofern ich noch schreiben und denken kann. Wer weiß. Ein paar Fotos habe ich gefunden. Zeigen den Peter im Kreise von seinen damaligen Kolleg*innen.
Es ist ja so: Ein Arbeitgeber, eine Arbeitgeberin stellt seine Mitarbeiter*innen immer auf eine, die Gedulds-Probe, vor allem wenn das Zusammenarbeiten und -leben länger dauert. Es gibt Auf- und Abs. Besondere Erlebnisse jeglicher Art. Wie im Positivem auch im weniger Erfreulichem. Peter war da aber ein loyaler, aktiver und trotzdem kritischer Mitarbeiter. Mag sein, ein wenig defensiv in seiner Darstellung, der Wirkung auf andere, aber aktiv und fleißig, teamfähig und ein stets hilfsbereiter, mit der Seele lächelnder Mensch. Kein Blender, sondern ein fleißiger „Arbeiter“, im wahrsten Sinne. Auch kraft seines Charakters und seiner Willensstärke. Stimmt. So habe ich es, als Aussenstehender empfunden. Das zu schreiben, maße ich mir einfach an? Sollte ich nicht … – Peter hat viel gelächelt. Vielleicht würde er uns über diese meine Beschreibung ein, nein sein bekannt-verschmitzes Lächeln zeigen. Darauf würde ich einen legendären Silber-Hypo-Taler setzen. Den Festen und Menschenaufläufen, wie Hypo Ball, Startevent oder Weihnachtsveranstaltungen blieb er meist fern. Das war – scheinbar – nicht das seine. Lieber kleiner, feiner …
Lieber Peter!Deine Traumreise gleich mit der letzten Reise, die wir alle antreten, müssen, verbunden. Was für eine Reiseverlängerung. Umleitung. Weiterleiterung. Überraschend. Für uns traurig und unfassbar. Schade und unfair, dass Du deine Pensionszeit bei uns nicht länger genießen durftest. Der immer unsichtbare, unerbittliche Regisseur jeden – und Deines Lebens hat deine wichtige Rolle bei uns, für dich beendet. Abrupt. Augenblicklich. Dort wo du bist, triffst du sicher einige von der ehemaligen Geld-Tempel-Mannschaft wieder. Viele von den ganz-Feinen. Sicher ist. Du verstärkst diese Mannschaft mit deinem Tun, deinem großen Herz und deine vorbildlichen Zurück-Haltung. Gleich wie hier bei uns. Wie immer können sie Deine Stärken gebrauchen.Wir bleiben. Schenken Dir Herzschläge stillen Gedenkens. Also. Mach´s gut. All Deinen Zurückgebliebenen, Deinen Lieben – jetzt – ganz viel Kraft, Mut und Hoffnung, mögen Ihnen die schönen Erinnerungen dabei helfen. Auch uns bleiben Bilder, Eindrücke von Begegnungen und Spuren Deines Lebens haften. Möge der „Kap der guten Hoffnung“ eine Metapher dafür sein, daß es Dir jetzt gut und noch besser geht. Auf der Reise in die noch „grössere Pension der Stille und des Lichts“. Machs gut!


